Sie möchten noch mehr Effizienz erreichen durch Begeisterung und Sinn in der Arbeit und fragen sich, wie?

24.07.2017

Ein zentraler Faktor des "in der Welt seins" - Ich-Entwicklung

Die Entwicklungsstufe des Ich, Moderatorvariable für den Bezug zu uns und zur Welt

Heute mal eine sehr abstrakte Hintergrundfolie meiner Arbeit, die ich jedoch immer auch mit berücksichtige, die ICH-Entwicklung.

Die ICH-Entwicklung beschreibt -wie überraschend-, wie sich unser Ich entwickelt, was ganz praktische Auswirkungen hat. Das ICH ist eine Moderator-Variable. Die Entwicklungsstufe bestimmt, wie wir mit der Welt und uns umgehen. Wie wir uns in Bezug zur Welt, äußeren Einflüssen, inneren Gedanken, Gefühlen, Werten, Prägungen und dergleichen mehr setzen. Damit ist die ICH-Entwicklung eine der zentralsten Entwicklungslinien.

Mit fortschreitender ICH-Entwicklung verändert sich der

  • Charakter
    von stark impulsgesteuert zu immer stärker selbstregulierend, eigene Maßstäbe entwickelnd und diese wieder transzendierend, also eben auch die eigenen „Konzepte“ und Bilder über sich selbst wieder los lassend
  • interpersonelle Stil
    von sehr manipulierend zu immer stärker die Autonomie Anderer berücksichtigend
  • Bewusstseinsfokus
    von auf externe Dinge, eigene Bedürfnisse gerichtet zu mehr auf interne Aspekte (Motive, Gefühle etc.) und Entwicklung gerichtet
  • kognitive Stil
    von undifferenziert zu mehr Komplexität und Multiperspektivität

Bei all diesen Elementen ist eine Subjekt-Objekt-Verschiebung kennzeichnend. Mit fortschreitender Entwicklung wird immer mehr zum Objekt meiner Betrachtung. Auf frühen Stufen bin ich meine Beziehungen. Geht es den Menschen in meinem Umfeld schlecht, geht es auch mir schlecht. Nicht aus Mitgefühl, sondern einfach ohne weitergehende Differenzierung. Später kann ich schon meine Beziehungen reflektieren, aber meine Gefühle und Gedanken noch nicht. Ich kann mich noch nicht über mein Denken nachdenken. Und auf späteren Stufen kann ich nicht nur meine Gedanken und Gefühle reflektieren, sondern mir auch bewusst werden, wie die Art und Weise, wie ich über meine Gedanken und Gefühle reflektiere, zu Stande kommt und wie ich eventuell auch dort noch in gewisser Weise automatisiert reflektiere.

Es gibt viele weitere Bereiche, in denen wir uns entwickeln können, beispielsweise ändern sich Werte, Ziele und spezifische Motive. Andere Persönlichkeitsaspekte sind eher stabil, sie entsprechen unserem Typ und haben viel mit Genetik und frühen Erfahrungen zu tun.

Besonders relevant für unsere individuelle Bedeutungsgebung sind

  • aktuell wirksame spezifische richtungsgebende Persönlichkeitsmerkmale, z.B. Weltsicht, Motive, Ziele und Werte
  • aktuell wirksame spezifische kognitive Persönlichkeitsmerkmale, z.B. Bewertungskategorien, Glaubenssätze, persönliche Muster
  • Grundlegend stabile(re) Persönlichkeitseigenschaften, z.B. Temperament, Typ
  • Integrative Persönlichkeitsaspekte, z.B. Lebensskript, Identität
  • Spezifische alltägliche und nicht-alltägliche Erfahrungen, z.B. spirituelle Zustände

Die ICH-Entwicklung jedoch bestimmt, wie wir mit all diesen Themen umgehen. Wie wir unsere Wahrnehmung von unserem selbst, Anderen und der Umwelt interpretieren und somit auch, wie wir der Welt um uns herum Bedeutung verleihen.

Mit jeder neuen ICH-Entwicklungsstufe erlangt man mehr Bewusstsein und Kontrolle über sich selbst- und wird weniger von unbewussten Aspekten gesteuert. Damit einher geht jedoch auch ab einer bestimmten Stufe, dass man immer weniger zu den typischen Bedeutungsgebungen im Umfeld passt. Das kann auf andere Menschen sehr irritierend wirken. Aber auch auf sich selbst.

Daher gehört zu einer vollständigen integralen Verortung auch die Bestimmung und die Arbeit an der Ich-Entwicklungsstufe. Übrigens ist die Entwicklung auf spätere Stufen der Ich-Entwicklung nicht immer sinnvoll. Oft geht es darum, sich stabiler auf einer bestimmten Stufe einzurichten, nachzureifen und somit Regressionen vorzubeugen.

zurück