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16.01.2019

Wie bastle ich mir ein Problem?

Probleme haben eine gemeinsame Struktur und diese Struktur kann mir auf dem Weg zur Lösung helfen. Was sind also die Grundelemente eines Problems.

Es gibt manche Philosophien, die vermeiden den Begriff Problem komplett. Die Idee dahinter ist, die Aufmerksamkeit könnte zu sehr in Richtung „Problem“ und Vergangenheit gerichtet werden, was zu einem Teufelskreis/Abwärtsspirale der Emotion führen kann.

Ich finde den Begriff Problem jedoch sehr passend und hilfreich, wir dürfen nur nicht bei dem Begriff stehen bleiben, sondern wir müssen eine Problemsituation in ihre Bestandteile zerlegen. Dann können wir auch auf neue Lösungsansätze kommen.

Welche Bausteine brauchen wir also für ein solides Problem….

Erst einmal brauchen wir irgendeine Art von IST-Zustand und –mindestens- die Vorstellung eines zweiten Zustandes, den wir uns als erstrebenswert vorstellen, einen SOLL-Zustand.

Erst wenn ich zwei Zustände habe und diese miteinander vergleichen kann, komme ich auf die Idee, den IST-Zustand eben nicht als selbstverständlich anzunehmen, sondern als negativ zu bewerten. Ganz oft haben wir jedoch von dem Ziel keine explizite, formulierte Vorstellung und somit auch noch keine Orientierung. Es reicht eben nicht aus zu wissen, von wo man weg möchte. Um in Bewegung zu kommen muss einem auch klar sein, wo man hin möchte.

Es gibt noch ein paar weitere Elemente, um ein Problem zu vervollständigen. Ich brauche beispielsweise Hindernisse, denn sonst könnte ich ja einfach vom IST zum SOLL gehen. Dann muss ich noch vergessen, dass ich Ressourcen habe, um die Hindernisse zu überwinden. Ich muss also vergessen oder ausblenden, dass ich Fähigkeiten habe, Stärken, Erfahrungen, Menschen, die mich unterstützen können.

Und manchmal ist die künftige Aufgabe, also was dran wäre, wenn das Ziel erreicht ist so unangenehm, dass ich das Ziel gar nicht erst erreiche. So müsste sich beispielsweise die Führungskraft nach der Entwicklung seiner Mitarbeiter zu eigenverantwortlich Arbeitenden womöglich ein paar neue Aufgaben suchen. ;-)

Hier schwingt auch ein weiteres Element schon mit, der verdeckte Gewinn. Was habe ich davon, dass ich noch nicht den Soll-Zustand erreicht habe? Was ist der Preis, den ich eventuell zahlen muss? Im Beispiel der Führungskraft könnte der Preis sein, dass die Führungskraft sich nicht mehr gebraucht fühlt. Was emotional auch erst mal zu verarbeiten ist...

Besonders interessant ist dabei, dass wenn wir mit diesen Informationen auf eine Gruppe schauen, jeder sein eigenes Problem haben kann!

Denn das grundlegende Element eines Problems ist ja, ein Spannungsfeld zwischen einem IST- und einem SOLL-Zustand. Für soziale Gruppen ist jetzt wichtig, dass alle Beteiligten den gleichen SOLL-Zustand vereinbaren und sich verpflichten darauf hinzuarbeiten. Man muss nicht unbedingt eine Einigkeit über die IST-Zustände erzielen. Es lohnt sich manchmal zu schauen, ob ähnliche Hindernisse überwunden werden müssen. Denn dann könnte man mal gemeinsam überlegen, welche Ressourcen dabei helfen könnten. Aber jedem einen eigenen Startpunkt zu erlauben ist oftmals viel passender, als alle in einer Organisation „über eine Kamm scheren“ zu wollen.

Nutzen Sie doch mal das Problem-Muster, um ein aktuelles Problem zu reflektieren:

  • Was ist gerade störend?
  • Was soll stattdessen da sein? Was ist das Ziel? Ist das klar formulierbar oder noch nebulös?
  • Was ist das größte Hindernis auf dem Weg zum Ziel? Und welche Ressourcen habe ich, bzw. könnte ich beschaffen, um das Hindernis zu überwinden?
  • Was ist das zweitgrößte Hindernis auf dem Weg? Und mit welchen Ressourcen könnte ich das überwinden?
  • Gibt es vielleicht auch mir nicht bewusste Hindernisse auf dem Weg? Oder Ressourcen, die mir gerade nicht bewusst sind? Mit wem könnte ich mich dazu austauschen?
  • Mal angenommen, das Ziel wäre erreicht, was wäre für mich der nächste Schritt? Ist der eher motivierend oder eher abschreckend?
  • Und welchen Preis müsste ich zahlen, um das Ziel zu erreichen?

Übrigens gibt es zu diesem Problemmuster auch ein Aufstellungsformat, um auch das intuitive Wissen in dem Prozess zu nutzen. Bei Interesse, einfach mal melden.

 

 

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