Sie möchten noch mehr Effizienz erreichen durch Begeisterung und Sinn in der Arbeit und fragen sich, wie?

28.08.2018

Wofür ist das Wissen um Entwicklungsstufen eigentlich nützlich?

Ich weise ja oft darauf hin, dass man auf keinen Fall Modelle verwenden sollte! -Außer man setzt sie bewusst, achtsam, Grenzen wahrend, ermöglichend und handlungsorientiert ein. Modelle müssen hilfreich wirken und dienen. Das gilt insbesondere für vertikale Entwicklungsmodelle.

Hier mal ein paar Ideen zu Verwendung von Modellen der Entwicklung:
Menschen können sich entwickeln... das ist wohl mittlerweile allgemein anerkannter Standard. Die Unterscheidung in horizontaler und vertikaler Entwicklung ist jedoch noch lange nicht so ganz bekannt. Und viel zu oft werden vertikale Entwicklungsmodelle leider nicht in dem von mir angesprochenen Sinne genutzt.

Was ist eigentlich horizontale Entwicklung?
Horizontale Entwicklung bedeutet neue Fähigkeiten hinzuzunehmen. So kann man beispielsweise besseres Projektmanagement, alternative Methoden, Anforderungsanalyse, Kommunikation, klarere Formulierung von Erwartungen, Überzeugen durch Einbringen von Gefühlen und ähnliches lernen.

Vertikale Entwicklung ist wesentlich komplexer. Und qualitativ und damit per Definition wertend. Umso wichtiger ist dabei die gute Modellkenntnis und der verantwortungsbewusste Umgang mit diesen Modellen.

Bei einer vertikalen Entwicklung ändert sich die Art und Weise, wie ich mich selbst in Bezug zur Welt setze, wie ich Bedeutung gebe. Mit fortschreitender Entwicklung kann ich immer mehr von mir selbst reflektieren, muss mich selbst immer weniger schützen und kann daher auch immer einfacher Feedback annehmen, mich austauschen und dergleichen mehr. 

Ein Beispiel für die Entwicklung der Reflexionsfähigkeit:

  • „Handele ich in Übereinstimmung mit den hier geltenden Regeln?“
  • „Halte ich dieses Verhalten für zieldienlich in Bezug auf die gesetzten Ziele?“
  • „Auf Basis welcher Rahmenbedingungen wurden die Ziele gesetzt und hat sich an den Rahmenbedingungen etwas geändert?“
  • „Wie verändern sich die Rahmenbedingungen, welche übergeordneten Trends sehe ich, wie nehmen andere die Rahmenbedingungen und Trends war und wie kann ich mit den Anderen in einen weiteren Austausch dazu treten?“

Oder ein anderes Beispiel:

  • „Mache ich das so, wie ich sollte?“
    Abgleich mit einem „externen“ Beurteilungsrahmen. Dabei kann es sich um ein Buch oder um eine Person oder eine Gruppe oder ähnliches handeln.
  • „Mache ich das so, wie es richtig ist?“
    Hier wird das „es richtig“ nach Kriterien beurteilt. Diese Kriterien können beispielsweise einer Methodik entsprechen. Hier ist eine Rationalisierung das Thema.
  • „Mache ich das Richtige?“
    Hier beurteile ich selbst, ob ich das Richtige tue. Ich habe übergeordnete Ziele und schaue, wie ich diese Ziele optimal erreichen kann. Hier ist das Thema Effektivität.
  • „Sind die Annahmen, auf deren Basis ich die Ziele gewählt habe die Richtigen?“

In den Beispielen wird hoffentlich ein wenig deutlich, wie jeweils ganz neue Qualitäten hinzukommen.

Im Sinne vertikaler Entwicklung behalten Menschen die Fähigkeiten früherer Stufen. Auch wenn Menschen in der Lage sind, die Kontextinformationen automatisch mit zu reflektieren, können sie immer auch noch über Effektivität, Effizienz und Regeln nachdenken. Der Aufmerksamkeitsfokus ist automatisch breiter.

Genauso werden auch die internen Informationen, das Bauchgefühl, die Erfahrung, manchmal sogar Träume als Informationsquelle mit genutzt. Dabei werden Träume im Sinne von Informationen aus dem Unbewussten gewertet und dienen als Quelle von Fragen und Ideen. Auf einer frühen Stufe würde vielleicht aus dem Traum heraus direkt eine Anweisung, eben nur wenig reflektiert.

Sowohl die Diagnostik, als auch die Interventionen zur vertikalen Entwicklung sind hoch komplex. Neben dem tiefen Verständnis der Erwachsenenentwicklungspsychologie muss man ja auch bedenken, dass man alle Informationen auf Basis der eigenen Entwicklungsstufe wahrnimmt und verarbeitet. Und darüber hinaus auch noch der eigenen Werte, Prägungen und dergleichen mehr.
Und dass auch die vertikalen Entwicklungsmodelle nicht alles erfassen. Jedes Modell erfasst etwas ganz Spezifisches. Da sollte man sich der Grenzen der Modelle sehr bewusst sein. Und sie erfassen auch weitere wichtige Dimensionen nicht.

Und jetzt?

Ganz konkret empfehle ich erst mal, die Idee der Unterscheidung von vertikaler und horizontaler Entwicklung mit in den Blick zu nehmen. Und das dann hilfreich für alle Beteiligten zu verwenden:

Vielleicht fragen Sie sich auch einmal, wann sie einer Person eine bestimmte Aufgabe zutrauen und welche Faktoren dazu beigetragen haben. Neben reinen Fertigkeiten könnten dort auch Aspekte sein, die man mit Charakter und Urteilsvermögen, Bewusstseinsfokus und Zugang zu Komplexität und natürlich der Fähigkeit vielfältige Perspektiven einzunehmen zu tun hat. Dann haben sie Hinweise auf Entwicklungsthemen. 

Natürlich ist das nur eine erste sehr grobe Idee….
Im Kern geht es bei einer nützlichen Verwendung von vertikalen Entwicklungsmodellen um die Fragen nach der Passung von Person zur Umwelt, welche Veränderungs-, Entwicklungs- oder Entfaltungsmöglichkeiten es gibt und wie wir Menschen es ermöglichen können, glücklicher, gesünder, erfüllter und sinnstiftender zu wirken. Aus der Perspektive des Menschen UND des Umfeldes.

Etwas mehr Informationen zur Ich-Entwicklung gibt es in meinem Blogbeitrag aus Mitte letzten Jahres:
„Ein zentraler Faktor des „in der Welt seins“ – Ich-Entwicklung“

Und da Ich-Entwicklung sehr schwierig ist, kann man ja auch mal auf andere Entwicklungsmodelle schauen, die einen leichteren Zugang ermöglichen, aber schon Prinzipien von Entwicklung deutlich machen. Dazu lohnt sich mein Blogbeitrag vom Anfang diesen Jahres:
„Eine stark vereinfachte Entwicklungsperspektive“

Aber bitte, gerade bei den so einfach wirkenden Modellen… es gelten immer die folgenden Fragen, vor allem bei vertikalen Entwicklungsmodellen:

  • Worüber macht das Modell eine Aussage… und worüber nicht?
  • Von welcher Entwicklungsstufe aus verstehe ich das Modell?
  • Das Modell zeigt nicht den Menschen, welche Perspektive zeigt es also auf?
  • Wirkt der Einsatz des Modells handlungsstärkend, Menschen stärkend, Bewusstheit fördernd, Beziehung fördernd oder sollten wir das Modell besser lassen?

 

Wenn Sie sich einmal Ihren Standort in vertikaler Entwicklung bestimmen lassen wollen, biete ich ein Ich-Entwicklungs-Profil inklusive Auswertungsgespräch an. Senden Sie mir bei Interesse eine kurze e-Mail an info@heiko-veit.de. Dann sende ich Ihnen weitere Informationen.

Im nächsten Jahr werde ich zu diesen Themen auch wieder verstärkt Workshops und Online-Events anbieten. Aus einer Haltung von Verbindung, Lösungssuche und Sinn. Und nicht mit dem Interesse an reiner Landkartenverfeinerung….
Mit einem Eintrag in den Newsletter (weiter unten) kommen dann auch Informationen über Termine und Inhalte.

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